Eine Kirche voller Kerzenlicht, Popmusik mit Tiefgang und ein Publikum, das unterschiedlicher kaum sein könnte: Beim Konzert mit Singer-Songwriter Jonnes in Bischweier wurde spürbar, wie Musik Menschen verbinden und Glaubensfragen mitten ins Leben holen kann. Warum dafür sogar Gäste aus der Pfalz anreisten, was eine junge Besucherin sich künftig von der katholischen Kirche wünscht und wie ein neuer Song zum gemeinsamen Zeichen für Zusammenhalt wurde.
"Theologie, die ins Herz geht"
19.10.2026 |
Popmusiker Jonnes begeisterte in Bischweier mit einem Candlelight-Konzert und einem neuen Song von Credo·Collab
Ein Kirchenraum im warmen Kerzenlicht, persönliche Geschichten zwischen den Songs und Musik, die zum Nachdenken und Mitsingen einlädt: Am Freitagabend, 16. Oktober, verwandelte Singer-Songwriter Jonnes die Kirche St. Anna in Bischweier (Pfarrei St. Alexander Rastatt) in einen besonderen Konzertort. Mit seinen Liedern, persönlichen Glaubenserfahrungen und lebensnahen Impulsen begeisterte er ein Publikum verschiedener Generationen.
Musik mit Glaubenszeugnissen
Jonnes verband an diesem Abend seine Songs mit persönlichen Geschichten, Glaubenserfahrungen und theologischen Gedanken. Dabei ging es um Fragen, die Menschen in ihrem Alltag beschäftigen, um Hoffnung, Zweifel und das, was im Leben trägt. Für Daniel Meicher, Pastoralreferent in der Pfarrei, lag darin eine besondere Stärke des Konzerts. Der Wechsel zwischen Musik, persönlichen Glaubenszeugnissen und verständlichen theologischen Impulsen sei Jonnes hervorragend gelungen. Sein Fazit: „Es war Theologie, die ins Herz geht.“
Auch die besondere Gestaltung des Kirchenraums trug zur Atmosphäre bei. Zahlreiche Kerzen tauchten die Kirche in warmes Licht und schufen einen Rahmen, in dem Konzert, persönliche Besinnung und gemeinsames Erleben ineinandergriffen.
Ein neuer Song über Zusammenhalt
Ein Höhepunkt des Abends war die Live-Premiere von „Halte das mit mir“. Der neue Song von Jonnes ist im Rahmen des Popmusikprojekts Credo·Collab entstanden und wurde am Tag des Konzerts auf den Streamingplattformen veröffentlicht.
Passend zur Botschaft des Liedes waren die Besucherinnen und Besucher eingeladen, einen Wert, der ihnen besonders wichtig ist, auf eine Kerze zu schreiben. Während Jonnes den Song spielte, hielten sie ihre Kerzen gemeinsam hoch – ein sichtbares Zeichen dafür, dass niemand allein für das einstehen muss, was ihm wichtig ist.
Auch Jonnes selbst zeigte sich nach dem Konzert bewegt. Besonders gefreut habe ihn, wie stark die Idee des Zusammenhalts bei den Menschen angekommen sei. Zu wissen, dass man für seine Werte nicht allein einstehen müsse, sondern von anderen unterstützt werde, gebe Kraft, sagte der Musiker.
Kirche als Ort für neue Klänge und Begegnungen
Dass ein solches Format Menschen ganz unterschiedlicher Hintergründe ansprechen kann, zeigte sich auch im Publikum. Neben jungen Erwachsenen kamen Familien, Freundesgruppen und ältere Paare. Einige Gäste waren sogar aus Landau in der Pfalz angereist.
„Ich fand die Atmosphäre total entspannt, aber gleichzeitig auch einfach so magisch mit den ganzen Lichtern“, erzählte Sophie Stoll aus Muggensturm. Die junge Erwachsene selbst ist großer Fan von Popmusik, begegnet dieser aber in katholischen Gottesdiensten bislang eher selten. Umso mehr freute sie sich darüber, diese Musik in einem katholischen Kirchenraum zu erleben. Sie wünscht sich künftig mehr solcher Angebote und dass moderne Musik in der katholischen Kirche stärker sichtbar wird. Der Pastoralassistent Jannik Moog hatte den Konzertabend für junge Erwachsene mit einem Team Ehrenamtlicher organisiert und zog ein positives Fazit: „Es war eine dichte Stimmung. Man hat Jonnes die Leidenschaft angemerkt – da kam wirklich was beim Publikum an." Und er schaut nach vorne: "In den nächsten Monaten werden wir die Angebote für junge Erwachsene in diese Richtung verstärken."
Credo·Collab: Neue Musik für alte und neue Glaubensfragen
Genau an dieser Verbindung von Musik, persönlicher Erfahrung und Begegnung setzt Credo·Collab an. Das Projekt fragt danach, wie das christliche Glaubensbekenntnis heute klingen könnte – und welche Worte, Klänge und Geschichten Menschen finden, wenn sie selbst über Gott, das Leben und ihre Zweifel sprechen. Dafür entstehen Songs mit unterschiedlichen Künstlerinnen und Künstlern, die ihre eigenen Perspektiven einbringen. Die Musik soll nicht nur innerhalb kirchlicher Räume gehört werden, sondern auch auf Streamingplattformen und in den sozialen Medien Menschen erreichen. Konzerte und Veranstaltungen bieten darüber hinaus Gelegenheiten, sich mit den Themen der Songs auseinanderzusetzen.
Das Konzert in Bischweier zeigte, wie daraus mehr werden kann als ein Musikrelease: ein Raum, in dem Menschen ihre Fragen und Überzeugungen teilen und Gemeinschaft erleben.
Wie es mit Credo·Collab weitergeht
„Halte das mit mir“ von Jonnes ist auf den gängigen Streamingplattformen verfügbar. Weitere Songs aus dem Projekt werden schrittweise bis Frühjahr 2027 veröffentlicht. Weitere Konzerte mit neuen Liedern finden beim Gründergeist Gipfeltreffen in Speyer und beim Adventsfestival in der Jungen Kirche St. Nikolaus in Stuttgart statt.
Weitere Informationen, Songs und Veranstaltungstermine gibt es unter www.credo-collab.de.














