Gissigheim feiert Schutzengelfest
14.09.2026 |
Tradition, Glaube und Gemeinschaft prägen das Fest
Zahlreiche Besucher aus nah und fern versammelten sich, um die seit 1739 bestehende Tradition des Schutzengelfestes zu feiern.
Freiherr Christoph Friedrich von Bettendorf, hat die von seinen Eltern erbaute Kapelle aus Dank für seine wunderbare Befreiung aus türkischer Gefangenschaft den heiligen Schutzengeln gewidmet und gelobt, dass fortan alljährlich am 1. Sonntag im September ein Schutzengelfest gefeiert wird. Seit der Stiftung im Jahre 1739, wird dieses Fest als Heimat- und Wiedersehensfest begangen.
Auch im Jahre 2026 hielten die Gissigheimer an dieser Tradition fest: Am Sonntag, den 6. September, kamen auf Einladung des Gemeindeteams viele Besucher aus nah und fern, um bei herrlichem Spätsommerwetter das Schutzengelfest zu feiern. Den Auftakt bildete das Hochamt zu Ehren der heiligen Schutzengel in der Pfarrkirche St. Peter und Paul, das musikalisch von der Singgemeinschaft Gissigheim e.V., unter Leitung von Dirigentin Frau Mechthild Geiger sowie der Organistin Frau Rebecca Rapp feierlich mitgestaltet wurde. Zelebrant Herr Pfarrer Franz Lang freute sich über die vielen Gläubigen, welche die Messe mitfeierten und begrüßte auch die direkte Nachfahrin des Feststifters, Baronin Irmgard Ring von Bettendorff-Escorsell, die eigenes aus Barcelona angereist war.
Die liturgischen Texte waren gelungen auf das Fest mit dem Thema „Engel“ abgestimmt. In der Festpredigt ging Herr Pfarrer Lang sehr anschaulich auf die in der Bibel überlieferten „Erzengel“ Michael, Raphael und Gabriel ein, stellte aber auch den Bezug zur Bedeutung des Wortes „Engel“ und deren Wirken für die Mitmenschen in der heutigen Zeit dar.
Nach dem Festgottesdienst folgte, unter musikalischer Mitgestaltung des Musikvereins Gissigheim e.V., die sakramentale Prozession von der Pfarrkirche in den Schlosshof. Hier kam die durch Spenden der Bevölkerung restaurierte historische Schutzengelfahne zu Ehren. Vier junge Männer trugen die Schutzengelfigur. Im Schlosshof zeigten sich die Gläubigen sehr erfreut, über die Augenweide, dass der Prozessionsaltar der Freiherren von Bettendorf, aus dem Jahre 1780, festlich geschmückt aufgebaut war. Nach Gebeten, einem Schutzengellied und dem „Tantum Ergo“ spendete Herr Pfarrer Lang den eucharistischen Segen. Nach dem feierlichen Lobhymnus „Großer Gott“ schloss sich die weltliche Feier des Schutzengelfest an.
Im Dorfgemeinschaftshaus spielte der Musikverein Gissigheim e.V., unter der Leitung von Dirigent Herr Hubert Holzner, zu einem Frühschoppenkonzert auf. Das Gemeindeteam sorgte zum Mittagstisch mit vielen Helferinnen und Helfern für ein reichhaltiges und ansprechendes Speisen- und Getränkeangebot mit erstklassiger Bedienung. Am Nachmittag freuten sich die Besucherinnen und Besucher über die Kaffee- und Kuchenbar des Kindergartenfördervereins mit einer großen Auswahl an gespendeten Torten und Kuchen. Die Ministranten bereicherten das Angebot mit frisch gebackenen Waffeln.
Einen großen Anklang bei den Besuchern fand die Ortsführung zur Historie der Schutzengelkapelle, des Schutzengelfestes sowie des Bettendorf´schen Schlosses. Sehr erfreut über den großen Zuspruch, zeigten sich auch die Verantwortlichen des Heimatvereins Brehmbachtal e.V. und der Kunsthistoriker Dr. Benno Lehmann zur Vernissage „Naturereignisse als Stimmungsfaktor in der Malerei des 19. Jahrhunderts“ mit Werken des Gissigheimer Malers Max Wolf (1824-1901) und bekannter Künstler seiner Zeit im Bettendorf´schen Schloss.
Im Dorfgemeinschaftshaus begeisterten Kindergartenkinder zusammen mit ihren Erzieherinnen mit einem kurzweiligen Auftritt. Den religiösen Abschluss des Festes bildet zum Abend die Schutzengelandacht in der Kapelle, bevor mit einem zünftigen Vesperangebot bei noch sommerlichen Temperaturen im herrlich dekorierten Schlosshof und Dorfgemeinschaftshaus das Fest ausklingen konnte. Unter dem Leitspruch „Tradition - Glaube – Gemeinschaft“ bleibt das Gissigheimer Schutzengelfest 2026 in schöner bleibender Erinnerung.
Das Gemeindeteam Gissigheim dankt allen Besucherinnen und Besucher sowie den zahlreichen Helferinnen und Helfern mit einem herzlichen „Vergelt´s Gott“. Bericht: Martin Withopf







