Die Geschichte der Hochhäuser Glocken
Die Glocken von Hochhausen haben im Laufe der Jahrhunderte vieles erlebt – Erweiterungen des Kirchturms, neue Güsse, Kriegsverluste und Neuanfänge. Ihre Geschichte - recherchiert von Ralf Knüttel - erzählt zugleich ein Stück Hochhäuser Heimatgeschichte, die bis heute im Klang des Geläuts spürbar bleibt:
Über die ältesten Glocken von Hochhausen gibt es keine schriftlichen Unterlagen. Die jetzige Glockenstube des 1329 begonnenen Kirchturmes wurde von 1614 bis 1617 aufgestockt.
Die älteste im Hochhäuser Glockenstuhl hängende Glocke wurde 1694 in Würzburg zu Ehren des hl. Sebastian (Schutzpatron gegen die Pest) gegossen. Sie wird auch heute noch „Silberglöckchen“ genannt.
Im Jahre 1733 ließ die Gemeinde Hochhausen von dem fürstlichen Stockmeister (Geschützgießer) Johann Adam Roth in Würzburg aus einer zersprungenen Glocke eine neue von 1.015 Pfund umgießen. Diese kostete 148 Gulden.
Im Jahre 1875 wurden mehrere alte Glocken zu zwei neuen umgegossen, die von Pfarrer Dörr eingesegnet wurden. Der Glockenguss war mit Mitteln des Kirchenfonds finanziert worden.
1876 kam noch eine große Glocke (770 kg, in Heidingsfeld gegossen) dazu, welche Pfarrverweser Abele einsegnete. Bis 1917 läuteten dann insgesamt (mit dem „Silberglöckchen“) vier Glocken im Hochhäuser Glockenstuhl.
1917, während des Ersten Weltkrieges, wurden überall Glocken, die aus Bronze gegossen worden waren, beschlagnahmt und die Besitzer enteignet. Hierbei wurden die Glocken in drei Gruppen eingeteilt. Geschichtliche Glocken wurden dabei zurückgestellt. Die zwei 1875 gegossenen Glocken (der Muttergottes und dem hl. Sebastian geweiht) wurden dann am 9. Juli 1917 zum Einschmelzen heruntergeholt. Die große Glocke von 1876 blieb als „Läuteglocke“ hängen, ebenso die kleine Glocke von 1694 („Schulglocke“ oder „Silberglocke“ genannt), welche aus Altertumsgründen „befreit“ war.
In der 1595 gebauten Friedhofskapelle läuteten bis dahin ebenso zwei Glocken, die nicht eingeschmolzen wurden: Eine aus dem Jahre 1794 (in Würzburg gegossen) sowie eine aus dem 16. Jahrhundert (in Nürnberg gegossen). Diese stimmt in Ornament und Glockenform mit einer 1615 ebenfalls in Nürnberg gegossenen und in der Tauberbischofsheimer Stadtkirche hängenden Glocke überein, sodass anzunehmen ist, dass sie um dieselbe Zeit gegossen wurde.
Nachdem 1917 zwei Glocken der Kirche heruntergeholt worden waren, brachte man eine Glocke von der Friedhofskapelle (die ältere, ohne Inschrift) auf den Turm der Pfarrkirche, sodass sich dort nun wieder drei Glocken befanden.
1924 ließ man in Kempten (Allgäu) erneut drei Glocken gießen, die größte unter ihnen wog 1.250 kg. Die überflüssig gewordene, 1876 gegossene Glocke verkaufte man nach Unterbalbach, wo seinerzeit der Hochhäuser Heimatsohn Ignaz Haag Pfarrer und Dekan des Kapitels Lauda war.
1940 mussten wieder alle Glocken gemeldet werden. Im Hochhäuser Kirchturm befanden sich damals vier Glocken (eine von 1694 und drei von 1924) und in der Friedhofskapelle wieder zwei Glocken. Wieder wurden die Glocken in drei Gruppen unterteilt. In jeder Gemeinde durfte bis auf Weiteres eine läutefähige Glocke verbleiben. Neben den drei 1924 gegossenen Glocken wurde im Sommer 1942 auch die Glocke aus der Friedhofskapelle aus dem Jahre 1794 zum Einschmelzen vom Glockenturm heruntergeholt, wo seitdem nur noch eine Glocke hängt.
Zur Glockenabnahme in der Zeit des Nationalsozialismus mussten die Schüler dann Freudenlieder singen. Die größte Glocke (1.250 kg) wurde zuletzt abgehängt. In halber Höhe bog sich der Haken des Seiles auf und die Glocke fiel zu Boden auf ein Schuh-Abstreifgitter und verbog es. Dabei hätte sie fast einen Hochhäuser Bürger erschlagen, der kurz zuvor noch an dieser Stelle vorbei ging. Einem mündlichen Bericht zufolge soll der damalige Mesner gesagt haben: „Wenn Hitler darunter gewesen wäre, wäre der Krieg beendet gewesen!“ Nach dieser Aussage sei der Mesner nur durch den Einsatz des Ortspfarrers vor einer Verhaftung durch die SS bewahrt worden.
Die je kleinste Glocke wurde in der Pfarrkirche und der Friedhofskapelle als Läuteglocke belassen. Die Hochhäuser nahmen die Glocke der Friedhofskapelle und hängten sie in den Glockenstuhl des Kirchturms dazu, um für die Kirchenuhr ein kleines Schlagwerk zu haben. Diese war aber für den Motor des Schlagwerkes aufgrund der anderen Glockengröße nicht kompatibel.
In der 1955 verfassten Chronik über Hochhausen steht, dass das Silberglöckchen nun die darauffolgenden Jahre alleine „bimmelte“. Dies ist jedoch nicht ganz sicher, da die Glocke der Friedhofskapelle erst wieder bei der neuen Glockenweihe 1949 an ihren alten Standort zurückkam.
1945 wurden sämtliche Kirchengemeinden der Erzdiözese Freiburg vom Erzbischöflichen Oberstiftungsrat angeschrieben, dass im Bistum Osnabrück Lager von abgelieferten Glocken ermittelt wurden, darunter auch Glocken aus der Erzdiözese Freiburg. Ein Schreiben des Oberstiftungsrates bestätigt im Jahre 1947, dass Hochhausen herrenlose Glocken aus Hamburg erhalten soll. So rechnete man 1948 gegen Tauschwaren und Geld mit neuen Glocken aus der Hansestadt. Mit einem Geschäftsmann aus Werbach fuhr man nach Hamburg und wollte die Glocken zu Micheli (zweites Kirchenpatrozinium am 29. September) zur Weihe nach Hochhausen bringen. Die Kirche wurde bereits mit Bändern geschmückt, Kränze wurden gebunden, das ganze Dorf stand Kopf. Sogar der Abt aus Seligenporten war bereits zugegen, um die Glocken zur Weihe zu empfangen, doch die Gesandten kamen ohne Glocken zurück.
Der Hochhäuser Emil Amrhein, der wenige Jahre später nach Amerika auswanderte, fasste das Ereignis in einem Gedicht zusammen:
Festgemauert in der Erden steht der Turm von Kleinparis.
Aber was soll das noch werden, wenn nur eine Glocke ist?
Kommt mal eine Feuersbrunst,
dann ist die Sache sehr verhunzt.
Städte liegen in Schutt und Asche
und unsere Uhr schlägt an eine Sauerstoffflasche.
Dies alles kommt von Hitlers Sieg,
von dem verdammten Pulverkrieg.
Ach was waren das für Simpel,
gestohlen haben sie´s Gebimbel
und zu Granaten dann verschmolzen.
Die verdammten Nazibonzen!
Aber was hilft heut das Klagen.
Wir müssen was tun und werden es wagen.
Bis Micheli Gott zur Ehr
müssen neue Glocken her.
Hier beginnt der Glockenzauber
von Hochhausen an der Tauber.
Selbst der hoh´ Gemeinderat
tagt für diese große Tat.
Dabei wurde dann beschlossen
und der Vogel abgeschossen:
„Wir sammeln Äpfel, Hühner, Tauben,
und auch Wein von süßen Trauben
und werden diese teuren Waren
nach Hamburg an die Elbe fahren.
Da die Menschen dort sind mager
in dem großen Glockenlager,
erhalten wir für unsere Brocken
sicher wunderschöne Glocken.
Dieses wurde gleich probiert
und nach Hamburg telegraphiert.
Dann nach 14 Tagen schon
fuhr ein Auto für viel Lohn.
Freitags hörte man schon sagen:
„Der Schulz trägt einen weißen Kragen.
Stündlich sitzt er ohne Lohn
in seinem Büro am Telefon“
Am Sonntag ist die große Weihe
der neuen Glocken ihrer Dreie.
Der Pfarrer von der Kanzel spricht:
„Aus Richtung Werbach bekommt Ihr sie in Sicht“.
Schon klingen Lieder an unser Ohr:
Die Probe vom Cäcilienchor.
Auch Jungfrauen werden gepeinigt:
„Am Sonntag ist die Kirch gereinigt“.
Viel Girlanden – jeder Wahl,
bis hundert Meter an der Zahl.
Dort, wo die neuen Glocken ruhn,
zimmert man ´nen Glockenstuhl.
Alles freut sich in der Reihe
auf die hohe Glockenweihe,
alles, alles, ist gespannt,
an dem ganzen Tauberstrand.
In Kleinparis schaut jede Clique
Richtung Werbach mit scharfem Blicke.
Aber leider. – Was ist gescheh´n?
Man kann keine Glocken sehn!
Im Dorfe jeder Bürger spricht:
„Warum nur kommt die Glocke nicht?“
Der Geistliche Rat am Sonntag sagt:
„Die Sache ist heut ´zu gewagt!“
Leider hat man in den schweren Stunden
das Glockenlager nicht gefunden.
Und was bleibt uns armen Simpeln?
Der schiefe Turm mit seinem Gebimbel.
Anmerkungen: Hochhausen hatte den Spitznamen „Kleinparis“.
Bis zu seiner Begradigung 1954 war der Hochhäuser Kirchturm schief.
Daraufhin ließ man sich in Bockenem (Harz) doch neue Glocken gießen. Nun aber nicht mehr drei, wie es vorher waren, sondern vier.
Einem Schreiben aus dem Jahre 1948 zufolge soll künftig das Silberglöcklein nur bei besonderen Anlässen als Einzelglocke geläutet werden. Vermutlich wurden daher die neuen Glocken auch nicht auf diese aufeinander abgestimmt.
An Ostern, am 18. April 1949 war es dann soweit. Abt Stephan Geyer (Zisterzienster-Abtei Seligenporten) weihte die neuen Glocken. Festprediger des Hauptgottesdienstes war der Heimatsohn Pater Dr. Kilian Frank, Glockenweihprediger der Heimatsohn und Laudaer Stadtpfarrer Richard Mohr. Anfangs wurden die neuen Glocken noch von Hand geläutet, jedoch schon bald (in den 1950er Jahren) wurden auch sie an das Stromnetz angeschlossen.
Das Gedicht zur Glockenweihe wurde von Valentin Kaufmann und Irene Frank vorgetragen:
Der alte Turm versank in Klagen,
als in des Mordens Schreckenstagen
zum letzten Mal das Läuten klang
in ernstem, wehen Abgesang.
In aller Augen Tränen schimmern
bei ihrem Klagen, ihrem Wimmern.
verlassen steht das Heiligtum,
der Glocken hehrer Mund ward stumm.
Der Krieg in dem die Völker ringen
will ihr geweihtes Erz verschlingen,
stets Tröster allem Leid und Not
sind jetzt verfallen sie dem Tod.
Selbst sie sind Werkzeug dem Verbrechen,
nicht Segen mehr, dem großen Sterben
ist ihr geweihtes Sein bestimmt,
zum Unheil man vom Turm sie nimmt.
Der Turm ist leer! Wo sie gehangen
in sorgenvollem, wehen Bangen;
ihr kleinstes Schwesterlein bleibt nur,
singt Gottes Lob für Dorf und Flur.
Nach oben klingt sein kindlich Flehen
vom lieben Tal in weite Höhen:
Du Vater in dem Himmel dort
verlasse nicht den Heimatort.
Erhör das Rufen meiner Lieder,
bring mir die großen Schwestern wieder
als Freude für das Herz und Ohr,
zu deinem Lob im frohen Chor.
Jetzt ist der große Tag gekommen
zum seligen Jubel aller Frommen;
das flehend Sehnen ward gestillt,
des Herzens Wunsch von Gott erfüllt.
Wir grüßen unsere neuen Glocken
mit Dankbarkeit und in Frohlocken:
Nun öffnet bald den hehren Mund
und tut des Ewigen Mahnung kund!
Ihr sagt uns, wie die Stunden eilen,
damit wir nicht nur hier verweilen,
dass alles dieser flüchtigen Zeit
dem ewigen Gotte sei geweiht.
Ihr ruft des Morgens in der Frühe,
wenn neu beginnt des Tages Mühe:
Die Gottesmutter sei gegrüßt,
die so viel Leid und Not versüßt.
Ihr mahnt mit neu geweihtem Munde
das betend Volk zur Andachtsstunde,
ihr kündet täglich immerfort
dem lauschend Ohr des Ewigen Wort
Ihr sagt dem Schaffenden im Felde:
Jetzt betet still, ich euch vermelde,
dass Gottes eingeborener Sohn
alltäglich kommt von seinem Thron!
Bei des Mittags heißem Glühen
bringt ihr Balsam allen Mühen;
wenn der Abend niedersinkt,
euer Ton im Tal verklingt.
In der Feste frohen Zeiten
jubelt euer glücklich Läuten –
wenn uns ruft der bittere Tod,
mildert ihr des Sterbens Not.
Seid den Betern ernstes Mahnen,
dass im Geiste ihrer Ahnen,
sie in treuer Einigkeit
für den Glauben sind bereit!
Kündet uns den Himmelsfrieden
in des Daseins Kampf hienieden!
Wacht bei Sonnenschein und Sturm,
steigt empor zum alten Turm
Jubelt laut in Harmonien;
euere schönsten Melodien! –
für heut, Zeit und Ewigkeit
werden Glocken uns geweiht!
Die Glocken hingen von 1949 bis 2003 im Glockenstuhl der hiesigen Pfarrkirche St. Pankratius und hatten folgende melodische Disposition:
| Name | Ton | Gewicht | Unterer Randmesser |
| Herz-Jesu-Glocke | e | 1.275 kg | 1,45 m |
| Marien-Glocke | gis | 600 kg | 1,15 m |
| Josefs-Glocke | h | 350 kg | 0,96 m |
| Pankratius-Glocke | cis | 240 kg | 0,85 m |
Diese Klanggussglocken wurden in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg aus minderwertigem Material hergestellt, nachdem die alten Bronzeglocken in der Zeit des Nationalsozialismus für Kriegszwecke eingeschmolzen worden waren.
Nach einer Begutachtung der Glocken im Jahre 1953 war das „Silberglöckchen“ nicht läutbar. Die Glocke könnte zwar einzeln als Taufglocke verwendet werden, passt klanglich aber nicht zu den vier Eisengussglocken von 1949.
1984, als Josef Ditzenbach das Amt des Mesners übernahm, wurde er von Pfarrer Anton Wawrok, der als Pensionär die Pfarrei Hochhausen mitbetreute, darauf angesprochen, dass die „Glocke 2“ (die Marienglocke) so schwer beschädigt sei, dass man sie nicht mehr nutzen dürfte, was dann auch der Freiburger Glockensachverständiger bestätigte.
Es kam ein Außendienstmonteur, der den Rat gab, die Glocke um 90 Grad zu drehen. Dies wurde mit Hilfe engagierter Hochhäuser Bürger getan. Ebenso wurden die Klöppel aller Glocken abgenommen und von einem Impfinger Schmied mit Messingbolzen versehen. Da ab dieser Zeit nicht mehr die Stahlklöppel auf die Stahlglocken schlugen, sondern Messing auf Stahl, war der Klang des Hochhäuser Glockengeläutes harmonischer geworden.
Unter Pfarrer Fritz Ullmer wurde dann in den 1980er Jahren auch die fünfte Glocke, das „Silberglöckchen“, welches zuvor nur im Glockenstuhl hing, elektrisch angeschlossen.
Im Jahre 2003 war klar geworden, dass eine Anschaffung neuer Glocken für den Glockenstuhl unumgänglich sei, da die Glocken nach dem Krieg mit nur minderwertigem Material gegossen worden waren. Die Glocken wiesen haarfeine Frostrisse auf und es bestand die Gefahr, dass sie beim Läuten springen.
Am 5. Dezember 2003 wurden diese neuen Glocken dann in Karlsruhe gegossen und ihre Weihe fand am 15. Mai 2004 statt, wozu eigens Erzbischof Dr. Robert Zollitsch aus Freiburg nach Hochhausen anreiste. Die Nachkriegs-Glocken wurden zur Erinnerung außen an der Hochhäuser Pfarrkirche aufgestellt.
Die heutigen Glocken haben andere Töne als die Nachkriegs-Glocken. Sie wurden auf die Glocken des nahen Nachbarorts Werbach abgestimmt, so dass die Glocken bei einem gleichzeitigen Geläute harmonisch zusammen klingen. Ebenso wurden sie auch so gestimmt, dass das Silberglöckchen nun zu hören ist.
Die heutigen Glocken haben andere Töne als die Nachkriegs-Glocken. Sie wurden auf die Glocken des nahen Nachbarorts Werbach abgestimmt, so dass die Glocken bei einem gleichzeitigen Geläute harmonisch zusammen klingen. Ebenso wurden sie auch so gestimmt, dass das Silberglöckchen nun zu hören ist.
In einem Gedicht schrieb die Hochhäuserin Tanja Nahm ihre Eindrücke des Ereignisses nieder:
Fest gemauert in der Erden
steht die Form, aus Lehm gebrannt.
Heute muss die Glocke werden.
Frisch Gesellen, seid zur Hand.
So schrieb uns Schiller schon
in Wort und Reim der Glocke Ton.
Glocken klingen seit Hunderten von Jahren
Hochhausen darf das jetzt besonders erfahren.
Jede der vier Glocken bis heute nur blieb
stabil durch minderwertiges Material nach dem Krieg,
durch das tägliche Läuten sind sie verschlissen
waren durchzogen schon bereits mit Rissen.
So kamen aus Freiburg Glockenexperten
um unsere Glocken zu bewerten.
Mit Dekan Florian und dem Gemeinderat,
da schritt man am fünften Dezember zur Tat.
In der Glockengießerei A. Bachert fand man sich ein,
um beim Gießen der Glocken dabei zu sein.
Nach Karlsruhe fuhren sie aus St. Pankratius
wohnten bei dem feierlichen Glockenguss.
Pünktlich um 15 Uhr zu Christi Todesstunde
versammelte man sich in stiller Runde.
Zu dieser Uhrzeit gießt man schon
seit langer Zeit die Glocken nach Tradition.
Der Schmelzofen wurde aufgeheizt,
mit Kupfer und Zinn wurde nicht gegeizt,
bei ca. 1100 Grad hat die Bronzeschmelze nur
zum Gießen der Glocken die Temperatur.
Ein jeder im Raum ergriffen steht,
als Pfarrer Florian spricht ein Gebet,
und als dieses dann tat verklingen,
floss die Schmelze durch die offenen Rinnen
durch die Eingusslöcher nun hinein,
in die Glockenformen, so sollte es sein.
Der Raum war erfüllt von Gasen und Rauch
und die Herzen der Menschen von Andacht auch.
Nach einer halben Stunde war es vollbracht,
die Formen waren vollgemacht
und nach drei Wochen Auskühlen kann man sagen
die Glocken werden ausgegraben.
So entstand die Auferstehungsglocke durch des Gießmeisters Hand,
die anderen St. Maria, St. Josef und St. Pankratius genannt.
Herr Dekan bat um den Segen und die Musikkapelle,
die war zu dem Geschehnis auch zur Stelle,
und es klang ein Lied ganz feierlich
das „Großer Gott, wie loben Dich“.
Ein jeder war an diesem Tag gerührt,
den dieses Ereignis nach Karlsruhe geführt.
Ja heute ist es nun so weit,
die Glocken werden eingeweiht:
Erzbischof Robert Zollitsch ist nach Hochhausen gekommen,
so wird die Weihe vorgenommen.
Ja, wie sollte es das tägliche Leben
ohne den Klang der Kirchenglocken geben?
Mit ihrem Klang, so soll es sein,
laden sie uns zum Kirchgang immer ein,
ja auch bei Feuer oder Sturm
erklang es aus dem Glockenturm.
Sie sagen uns auch an die Zeit,
erklangen schon als Friedensgeläut,
haben das Ende des Krieges freudig verkündet,
die Menschen mit Gott stets fest verbündet.
So feiern wir heute und uns ist nicht bang,
den Klang der Glocken genießen wir noch lang,
und sie werden täglich uns aufmerksam machen,
auf manche für uns wichtigen Sachen.
So soll es darum heute sein:
Hochhausen weiht sie freudig ein.
Folgende fünf Glocken hängen nun im Turm:
| Name | Gussjahr | Ton | Gewicht | Unterer Randmesser |
| Christus-Glocke (auch Auferstehungsglocke) | 2003 | dis`+2 | 1.004 kg | 1,25 m |
| Marien-Glocke | 2003 | g`+2 | 543 kg | 1,01 m |
| Josefs-Glocke | 2003 | ais`+6 | 362 kg | 0,85 m |
| Pankratius-Glocke | 2003 | c“+8 | 250 kg | 0,75 m |
| Sebastianus-Glocke | 1694 | e“-4 | 140 kg | 0,65 m |






