Berufung annehmen
Das Sakrament der Weihe - für Gott und die Menschen da sein
Das Sakrament der Weihe hat drei Stufen: Diakonenweihe, Priesterweihe und Bischofsweihe. Der entscheidende Vorgang bei allen Weihen ist die Handauflegung und das Gebet, so wie es bereits die Apostel bei der Einsetzung ihrer Nachfolger praktiziert haben.
Die Priesterweihe für unsere Erzdiözese findet in jedem Jahr im Freiburger Münster an einem Sonntag im Mai statt. Diese kann auch in einem Livestream im Internet verfolgt werden: Livestream.
Nähere Informationen zur Weihe und Berufung: Herzlich willkommen im Collegium Borromaeum Priesterseminar der Erzdiözese Freiburg Erzb. Priesterseminar
Wenn Sie sich mit dem Gedanken an einen geistlichen Beruf tragen oder Fragen zur Berufung haben, begleiten wir Sie gerne – sprechen Sie unser Pfarrteam an oder melden Sie sich im Pfarrbüro.
Durch Berufungen werden Menschen von Gott in den Dienst genommen, um nach dem Vorbild Jesu zu leben, im Namen Jesu zu handeln oder zu sprechen und für andere Menschen dienend da zu sein.
Theologische Bedeutung: Das Sakrament der Weihe
Durch Berufungen werden Menschen von Gott in den Dienst genommen, um nach dem Vorbild Jesu zu leben, im Namen Jesu zu handeln oder zu sprechen und für andere Menschen dienend da zu sein. In diesem Sinne berief Jesus die zwölf Apostel und zweiundsiebzig weitere Jünger, die in seinem Auftrag die Frohe Botschaft verkündeten und die ersten christlichen Gemeinden gründeten. Bevor sie weiterzogen, setzten sie Gemeindeleiter ein, indem sie Handauflegung und Gebet vollzogen. Auf diese Weise werden bis heute Bischöfe, Priester und Diakone geweiht.
Das Sakrament der Weihe hat drei Stufen: Diakonenweihe, Priesterweihe und Bischofsweihe. Der entscheidende Vorgang bei allen Weihen ist die Handauflegung und das Gebet, so wie es bereits die Apostel bei der Einsetzung ihrer Nachfolger praktiziert haben.
Zusätzlich gibt es symbolträchtige Rituale, die je nach Weihe unterschiedlich sind:
- Bischofsweihe: Salbung mit Chrisam, Überreichung des Evangeliars und der Insignien
- Priesterweihe: Salbung mit Chrisam, Überreichung von Brot und Wein für die Eucharistiefeier
- Diakonenweihe: Überreichung des Evangeliars
Das Weihesakrament wird vom Bischof gespendet, indem er dem Weihekandidaten einzeln die Hände auf den Kopf legt und das Weihegebet spricht. Mancher nennt die Weihe auch das „Sakrament der verbindlichen Nachfolge“.
Bei der Weihe eines Bischofs wird dieser in das Kollegium der Bischöfe aufgenommen und übernimmt die Verantwortung für eine bestimmte Diözese sowie zugleich für die Gesamtkirche.
Priester und Diakone üben ihren Dienst als Mitarbeiter des Bischofs aus, der als Nachfolger der Apostel ein Bistum bzw. eine Diözese leitet. Der Kern ihres priesterlichen Dienstes besteht darin, im Auftrag Jesu Christi das Volk Gottes zu leiten, den Glauben zu verkünden und die Sakramente zu spenden. Dem Diakon werden die Hände zum Dienst aufgelegt, er ist dem Bischof insbesondere in den Aufgaben der Diakonie, also dem gelebten Dienst am Nächsten, verbunden.
Ablauf der Weihe
Diakonenweihe
Zu Anfang der Diakonenweihe werden die Weihekandidaten dem Bischof und dem Volk vorgestellt.
1. Versprechen der Weihekandidaten
Im Anschluss an die Predigt legen die Weihekandidaten ihre Versprechen an den Bischof ab – unverheiratete Kandidaten versprechen dabei das Leben im Zölibat.
2. Diakonenweihe
Nach der Anrufung der Heiligen erfolgt die Spendung der Diakonweihe durch Handauflegung und Weihegebet des Bischofs.
Hierdurch wird den Weihekandidaten die Gabe des Heiligen Geistes für das Amt des Diakons erbeten. Durch die Weihe haben die Diakone auf besondere Weise an der Sendung und der Gnade Christi teil. Das Sakrament der Weihe drückt ihnen ein Siegel auf, das nicht getilgt werden kann und gestaltet sie Christus gleich, der zum „Diakon“, das heißt zum Diener aller geworden ist (vgl. KKK 1570).
3. Einkleidung und Überreichung des Evangeliars
Nach der Weihe folgt das Anlegen der liturgischen Kleidung eines Diakons, der Stola und Dalmatik, anschließend wird ein Evangeliar mit folgenden Worten feierlich übergeben: „Empfange das Evangelium Christi. Zu seiner Verkündigung bist du bestellt. Was du liest, ergreife im Glauben; was du glaubst, das verkünde, und was du verkündest, erfülle im Leben.“ (aus der Weiheliturgie)
Zum Zeichen der besonderen Verbundenheit und Gemeinschaft tauscht zum Abschluss der Weihehandlung der Bischof mit jedem neugeweihten Diakon den Friedensgruß aus, danach nehmen die Diakone ihren Platz am Altar ein.
Priesterweihe
Bei der Priesterweihe ziehen die Priesteramtskandidaten gemeinsam mit ihrem Spiritual (geistlicher Mentor), dem Bischof, den mitfeiernden Priestern und dem Regens (Leiter des Priesterseminars der Diözese) in die Kirche ein. Anschließend werden sie vom Bischof aufgerufen und erklären ihre Bereitschaft zur Weihe mit den Worten: „ad sum“ („Hier bin ich!“).
Danach beginnt der Wortgottesdienst. Nach der Predigt geben die Weihekandidaten gegenüber dem Bischof das Gehorsamsversprechen ab und singen gemeinsam den „Heilig-Geist-Hymnus“. Anschließend beten sie die Allerheiligenlitanei, wobei die Kandidaten lang ausgestreckt mit dem Gesicht zum Boden vor dem Altar liegen.
Die eigentliche Weihehandlung verläuft wie folgt:
- Der Bischof spendet mit der Handauflegung das Weihesakrament und spricht das Weihegebet.
- Danach legen auch die mitfeiernden Priester dem Neugeweihten in Stille die Hände auf, um ihn in ihre Gemeinschaft aufzunehmen.
- Der jeweilige Heimatpfarrer überreicht das Priestergewand und die Stola.
- Der Bischof salbt die Hände des Neugeweihten mit Chrisam und überreicht die liturgischen Gefäße wie Hostienschale und Kelch.
Einige Tage nach der Priesterweihe zelebriert der Neugeweihte seine erste heilige Messe im Priesterseminar und kurz darauf in seiner Heimatgemeinde – diese Messe wird „Primiz“ genannt.
Bischofsweihe
Bei einer Bischofsweihe müssen mindestens drei Bischöfe dem Kandidaten die Hände auflegen.
- Wird ein Diözesanbischof geweiht, übernimmt normalerweise der Metropolit (Erzbischof) einer Kirchenprovinz den Vorsitz der Weihehandlung.
- Bei der Weihe eines Weihbischofs leitet der jeweilige Ortsbischof die Handlung.
Nach der eigentlichen Weihe folgen die ausdeutenden Riten:
- Das Haupt des Bischofs wird gesalbt.
- Anschließend werden Ring, Mitra, Hirtenstab und Evangelienbuch überreicht.
Termine und Fragen
Die Priesterweihe für unsere Erzdiözese findet in jedem Jahr im Freiburger Münster an einem Sonntag im Mai statt. Diese kann auch in einem Livestream im Internet verfolgt werden: Livestream.
Nähere Informationen zur Weihe und Berufung: Herzlich willkommen im Collegium Borromaeum Priesterseminar der Erzdiözese Freiburg Erzb. Priesterseminar
Wenn Sie sich mit dem Gedanken an einen geistlichen Beruf tragen oder Fragen zur Berufung haben, begleiten wir Sie gerne – sprechen Sie unser Pfarrteam an oder melden Sie sich im Pfarrbüro.
