Jesus Christus – der Diener aller

Wer etwas über den Dienst eines Diakons erfahren will, muss zuallererst auf Jesus Christus schauen, der das Zentrum unseres christlichen Glaubens ist und der zum „Diakon“, das heißt zum Diener aller geworden ist (KKK 1570).
 
In Jesus Christus ist Gott Mensch geworden, nicht um sich bedienen zu lassen, sondern um zu dienen (Mk 10,45). Die Aufforderung Jesu zum liebenden und tätigen Dienst am Nächsten wird an vielen Stellen in der Heiligen Schrift deutlich, u.a. im wichtigsten Gebot (Mt 22,37-39), im Gleichnis vom barmherzigen Samariter (Lk 10, 25-37) und in der Fußwaschung (Joh 13,1-20).
 
In seinem Leben und Sterben am Kreuz zeigt uns Jesus die Liebe Gottes zu uns Menschen. Als seine Kirche haben alle Getauften den Auftrag, aus dieser Liebe zu leben, sie zum Sinn und Inhalt unseres Lebens zu machen und genauso zu handeln, wie es uns Jesus beigebracht hat (vgl. Lk 10, 37).
 
Dieser Auftrag Jesu an die Kirche wird in unseren Gemeinden von vielen Menschen und auf vielerlei Weise täglich und tätig umgesetzt - im Großen und im Kleinen. Die Aufgabe von uns Diakonen ist es dabei, beständig an diesen Auftrag zu erinnern und ihn zu leben. Es gilt, die Not der Menschen wahrzunehmen und mit vielen anderen zusammen dafür zu sorgen, dass die Nächstenliebe konkret erfahrbar wird. Wir sollen immer mehr Menschen ermutigen, befähigen und dabei begleiten, sich an Jesus Christus zu orientieren - dabei sollen wir Diakone natürlich selbst mit gutem Beispiel vorangehen.
  

Das Sakrament der Weihe wird in drei Stufen gespendet: die Weihe zum Diakon, zum Priester und zum Bischof. Bei den Diakonen gibt es diejenigen, deren Ziel es ist, Priester zu werden und die wesentlich größere Gruppe, deren Aufgabe dauerhaft dem Auftrag dieser Weihestufe gewidmet bleibt, die sogenannten „Ständigen Diakone“.
 
Das Amt des Diakons ist bereits in der frühen Kirche bezeugt. Innerhalb des geistlichen Amtes ist es direkt dem Bischof zugeordnet (Phil 1,1; 1 Tim 3,8-13). Mit dem frühen Mittelalter reduziert sich das Amt des Diakons immer mehr auf eine Durchgangsstufe zum Priestertum.
 
Erst im Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-1965) führte die katholische Kirche den Ständigen Diakonat als eigenständigen Teil des Weiheamtes wieder ein und lässt seitdem neben zölibatär lebenden auch verheiratete Männer zur Weihe zu. Für diese Männer ist das Diakonat keine Vorstufe auf dem Weg zum Priesteramt, sondern ihre Berufung.
 
Derzeit sind 114 Diakone im Zivilberuf (ehrenamtlich) und 51 Diakone im Hauptberuf im aktiven Dienst der Erzdiözese Freiburg tätig, unterstützt durch 101 Diakone im Ruhestand (Zahlen von 2025).
  

Die Dienste und Aufgaben von Ständigen Diakonen finden sich im Gottesdienst, in der Verkündigung des Glaubens und insbesondere im Dienst am Nächsten, durch sie wirkt der Diakon in Kirche und Welt. Die möglichen Arbeitsfelder sind sehr vielfältig, da findet jeder etwas Passendes.
 
Als Beispiel soll unser Diakonatskreis Tauberbischofsheim-Lauda dienen: Wir haben eine große Bandbreite an Schwerpunkten, gerade weil Ständige Diakone oft in einem Zivilberuf tätig sind: neben liturgischen Aufgaben wie der Assistenz in der Eucharistiefeier, der Predigt oder der Leitung von Beerdigungen, Taufen, Trauungen, in anderen Gottesdiensten und in der Glaubensverkündigung, sind wir in diakonischen Bereichen wie der Militärseelsorge, dem Caritasverband, Kranken- und Altenpastoral, der Notfallseelsorge, Sterbebegleitung, Behindertenpastoral, Feuerwehrseelsorge u.v.m. zu finden.
 
Bei allen Unterschieden haben wir eine gemeinsame Motivation: Wir haben Jesus Christus als den kennengelernt, der uns seine Liebe schenkt und uns seinen Auftrag zum Dienst anvertraut hat. Diesen Auftrag versuchen wir im aktiven Dienst am Nächsten sichtbar zu machen und wollen dabei auch andere motivieren, daran mitzuwirken. Als Diakone tragen wir außerdem den Dienst aller Christinnen und Christen in der Eucharistiefeier stellvertretend an den Altar.
 
Selbstverständlich kochen wir alle nur mit Wasser. Aber wir kochen in der zuversichtlichen Hoffnung, dass Gott das Seine zu unserem Tun dazu gibt. So setzen wir uns als Diakone lebenslang für diesen Auftrag ein und können gemeinsam mit Jesus Christus, mit den Ehren- und Hauptamtlichen in unserer Kirche und als Diakonatskreis Tauberbischofsheim-Lauda im Dienst am Nächsten gute Nahrung für Leib und Seele anbieten.
  

Diakonatskreis Tauberbischofsheim Juli 2024
In den katholischen Pfarreien St. Martin und Lioba Tauberbischofsheim und St. Jakobus Lauda sind wir aktuell acht Ständige Diakone. Sechs der acht Diakone sind verheiratet und haben eine eigene Familie, zwei leben zölibatär. Fünf sind ehrenamtlich tätige, sogenannte „Diakone im Zivilberuf“, einer arbeitet als hauptberuflicher Diakon. Zwei aus unserer Gruppe sind bereits älter und von ihren Aufgaben entpflichtet, aber immer noch so gut es geht aktiv. Zusammen mit unserem Mentor und unseren Ehefrauen bilden wir den „Diakonatskreis Tauberbischofsheim-Lauda“.
 
Die Gemeinschaft im Diakonatskreis, die für alle Ständigen Diakone der Erzdiözese Freiburg selbstverständlich ist, bildet eine Grundlage für unseren Dienst, ist im Rahmen der kirchlichen Dienste einzigartig und zugleich typisch für den Ständigen Diakonat. Der Diakonatskreis macht uns klar, dass wir nie als Einzelkämpfer unsere Aufgabe erfüllen müssen, sondern in eine starke Gemeinschaft eingebunden sind: die Gemeinschaft mit Gott, den Schwestern und Brüdern aus der Gemeinde und eben die stärkende Gemeinschaft der Diakone und unserer Ehefrauen (unseren „Diaköniginnen“). Wir treffen uns regelmäßig zum Gebet, Austausch, zur gegenseitigen Unterstützung und einfach zum Zusammensein. Für am Diakonat Interessierte sind wir jederzeit offen, laden herzlich und unkompliziert in unseren Kreis ein und begleiten und unterstützen Interessenten und Bewerber gerne bei ihrem Werdegang.
  

  
Hauptberuflicher Diakon
Ehrenamtlicher Diakon
Ehrenamtlicher Diakon
Ehrenamtlicher Diakon
Ehrenamtlicher Diakon
  

Anspruchsvolle Aufgaben setzen eine qualifizierte Ausbildung voraus.
 
Ein Ständiger Diakon im Zivilberuf bringt die Erfahrungen und Fähigkeiten aus seinem Beruf und der Familie in das kirchliche und gesellschaftliche Leben ein und macht sie in seinem diakonischen Aufgabenbereich und als Seelsorger fruchtbar – auch an Orten, an denen kirchliches Handeln vielleicht weniger vermutet wird.
 
Die theologische und pastorale Ausbildung erfolgt in berufsbegleitenden Kursen wie z.B. dem „Theologischen Kurs Freiburg“ oder der „Würzburger Theologie im Fernkurs“ und durch den Freiburger „Pastoralkurs“. Wenn jemand bereits eine theologische und pastorale Qualifikation mitbringt, wird diese selbstverständlich berücksichtigt.
 
Anschließend folgt die mindestens 3,5-jährige berufsbegleitende Ausbildung zum Ständigen Diakon in Freiburg. Auf diesem Weg ist aber niemand auf sich gestellt, sondern er wird selbstverständlich durch den zuständigen Diakonatskreis vor Ort begleitet und unterstützt.
 
Nach der Diakonenweihe folgen Fortbildungen im Dienst als Diakon, wie z.B. Spezialisierungen im jeweiligen Aufgabenfeld.
 
Weitere Informationen finden Sie unter:

Referat Ständiger Diakonat
 
 
  

Bei Interesse oder Nachfragen nehmen Sie gerne Kontakt zu uns auf:
 
Diakon Michael Schlör
(Sprecher des Diakonatskreises Tauberbischofsheim-Lauda)
E-Mail:          michael.schloer@se-freudenberg.de
Telefon:        09375 920921
 
Diakon Volker Schmieg
(zweiter Sprecher des Diakonatskreises Tauberbischofsheim-Lauda)
E-Mail:          volker.schmieg@kath-kras.de
Telefon:        06294 4280380
 
oder wenden Sie sich an eine Seelsorgerin bzw. einen Seelsorger vor Ort.
 
Diakonatskreis in Lauda 2024
 
Bericht: Diakon Michael Schlör · Fotos: siehe Quellenangaben · Webredaktion: Christine Weber (ehrenamtlich)