Liobafest 2026: Mit Lichtern auf dem Weg zu Lioba und Bonifatius

25.09.2026 | Feierliche Lichterprozession verband die Kirchen Tauberbischofsheims

Die feierliche Lichterprozession durch Tauberbischofsheim zählte zu den prägenden Ereignissen der Liobafestwoche. Gemeinsam machten sich zahlreiche Gläubige von der Stadtkirche St. Martin auf den Weg zur St. Bonifatiuskirche.

Zu Beginn dieser Lichterprozession ging Pfarrer Thomas Holler auf das Wirken der Hl. Lioba ein, welches die Schüler der Grundschule am Schloss am Vormittag eindrucksvoll zeigten: das fruchtbare Wirken der Hl. Lioba, die als eine der bedeutendsten, hochgebildeten Frauenpersönlichkeiten des Mittelalters gilt. Sie ist auf Bitten ihres Verwandten Bonifatius zusammen mit anderen Ordensfrauen von Britannien aufs europäische Festland gekommen und hat sich in unserer Gegend als Äbtissin um die Verkündigung des christlichen Glaubens und um den Aufbau eines gottesdienstlichen Lebens gekümmert, die Bildung vor allem für Mädchen und Frauen gefördert und eine wirksame Armenfürsorge aufgebaut.


 
 
Sehr anschaulich zeigt das der Lioba-Altar in der Pfarrkirche St. Martin hier in Tauberbischofsheim. Dort versammelten sich die indischen Anbetungsschwestern, die in Tauberbischofsheim segensreich wirken: Sie trugen die Reliquien der Hl. Lioba bei der nun folgenden Prozession durch die Stadt von der Stadtkirche St. Martin zur Bonifatiuskirche als Zeichen der Verbundenheit mit der Heiligen Lioba. Bk
 
Der Prozessionsweg führte dabei auch an der Liobakirche vorbei und verband so symbolisch die beiden Heiligen, die für die Geschichte des Glaubens in unserer Region bis heute von großer Bedeutung sind. Begleitet wurde die Prozession von Pfarrer Thomas Holler, Kooperator Pater Kasimir und Kaplan Simon Gleichauf. Für die musikalische Gestaltung sorgte die Stadt- und Feuerwehrkapelle unter Leitung von Gustav Endres und Julia Kohler an den Orgeln. Immer wieder erklangen Liobalieder, Gebete und geistliche Impulse, die die Teilnehmenden auf ihrem Weg begleiteten.
 
 
  
 
Ein besonders bewegender Moment war das feierliche Tragen der Lioba-Reliquien durch die indischen Schwestern. Die Reliquien erinnerten an die heilige Lioba, die im 8. Jahrhundert ihre Heimat England verließ, um gemeinsam mit ihrem Verwandten Bonifatius den christlichen Glauben in Deutschland zu stärken. Während Bonifatius als „Apostel der Deutschen“ die missionarische Arbeit vorantrieb, stand Lioba für Bildung, Nächstenliebe und die Förderung von Frauen und Kindern. Ihr Wirken hat die Region nachhaltig geprägt und macht sie bis heute zu einer wichtigen Glaubenszeugin für Tauberbischofsheim. Am Ziel der Prozession wurde deutlich, dass das Vermächtnis von Lioba und Bonifatius nicht nur Geschichte ist, sondern auch heute Menschen verbindet und Orientierung gibt.
 
Ein besonderer Dank gilt allen Beteiligten, die zum Gelingen der Lichterprozession beigetragen haben. Sie wurde zu einem würdigen und stimmungsvollen Ausdruck von Glauben, Gemeinschaft und Zusammenhalt in unserer Kirchengemeinde. cw