Erzbischof Stephan Burger freute sich in besonderer Weise über diese Aktion und die Trommelreise. Er war erst vor wenigen Wochen als Misereor-Bischof selbst in Afrika, im Sudan, und stellte dort trotz der großen Not der Menschen, egal ob jung oder alt, eine unglaubliche Lebensfreude fest und eine große Bereitschaft, das Leben und den Glauben miteinander zu teilen. Bei den Gottesdiensten herrsche dort eine ganz fröhliche Stimmung in der Kirche. Eine solche Freude und Begeisterung wünschte er auch dieser Trommelreise.
Annika Sophie Duhn vom Bischöflichen Hilfswerk Misereor verstand es, die Kinder mit großen Buchstaben in die Aktion einzubeziehen. So entstand das Wort „DANKE“, dessen mittlerer Buchstabe „N“ für uns „Normal“ bedeute, dass wir Wasser zum Waschen haben, dass wir in die Schule gehen können und normale Kinderrechte genießen, die viele Kinder auf dieser Welt nicht haben. Dann legte Markus Hoffmeister (Spiel- und Theaterpädagoge), oder wie er oft genannt wird „Trommel-Markus“ zunächst mit einigen Klatschspielen los. Doch was fehlte jedem Kind zur Steigerung: eine Trommel. Da sich über 150 Kinder inzwischen versammelt hatten, konnte doch jedes Kind und selbst einige Erwachsene eine Trommel erhalten. Denn diese wurde nun bei der „Reise nach Afrika“ dringend gebraucht.
Markus Hoffmeister verstand es, mit seiner Erzählung und der Imitation afrikanischer Tieren die Kinder in seinen Bann zu ziehen, so dass sich die Kinder beim Trommeln –mal lauter, mal leiser-, Klatschen, Singen, Arme Hochreißen, den Geschichten Lauschen und Lachen in die Welt von Afrika versetzen konnten. Dort erlebten sie in dieser Traumreise einen Elefanten, der trotz großer Dürre ein Wasserloch gefunden hatte, die Schildkröte, die es bewachen sollte, aber auch viele andere Tiere, die unter der Dürre litten und ebenfalls auf dieses Wasser angewiesen waren. Die Schildkröte half schließlich den anderen Tieren und bekam dafür Ärger mit dem Elefanten, schließlich ging es aber gut aus. Das Fazit war: Wir leben alle auf dieser einen Erde und Wasser ist für alle da. Die Botschaft für die kleinen und großen Trommler lautete: Lasst uns diese Welt in Frieden miteinander teilen
Über eine Stunde lang heizte Markus Hoffmeister den Kindern, den Erzieherinnen der katholischen Kindertagesstätten, Lehrern, den auch mit Trommel ausgestatteten Pfarrer Thomas Holler und vielen weiteren Gästen mächtig ein. Dabei geriet auch der ernste Hintergrund der Veranstaltung nicht aus dem Blick. Denn „Trommel-Markus“ machte den Mädchen und Jungen auf spielerische Art und Weise bewusst, dass es nicht allen Kindern dieser Erde so gut geht wie ihnen. Abschließend segnete Pfarrer Holler die Soli-Brote (die danach durch alle Anwesenden geteilt wurden) und bedankte sich bei allen Mitwirkenden, besonders bei Elke Hunecke, die diese Aktion initiiert hat.
Es war der gelungene Auftakt für diese Misereor-Aktion: In den folgenden Aktionswochen setzen sich die Kinder in den Einrichtungen und Schulen mit den Grundnahrungsmitteln der Welt und den Kinderrechten auseinander. Dabei erfahren sie, dass es für andere Kinder in der Welt nicht selbstverständlich ist, satt zu werden, zur Schule zu gehen oder ein Zuhause zu haben. Aber auch: Wir Kinder können etwas tun und helfen. Mit selbstgebackenen Broten und anderen Backwaren sammeln sie Spenden für Misereor-Projekte im Globalen Süden und machen sich damit stark für Kinder weltweit. Sehr gut lief bereits der Verkauf von Soli-Brot am Liobafest, nach Abschluss des Festes waren alle Brote verkauft. Bk
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